DAS PROGRAMM
03. NOVEMBER 2026
14:00 UHR
Eröffnung Blickwinkel 2026
Peter Grabowski
14:10 UHR
Die Kunst, beweglich zu bleiben
Über Stress, Veränderung und die Zukunft kultureller Arbeit
Impuls von Peter Grabowski
Kulturelle Arbeit lebt von Kreativität, Offenheit und der Fähigkeit, auf Veränderungen zu reagieren. Doch was geschieht, wenn Unsicherheit zum Dauerzustand wird? Wenn finanzielle Sorgen, politische Polarisierung und unklare Zukunftsperspektiven die tägliche Arbeit prägen?
Aus neurowissenschaftlicher Sicht reagiert unser Gehirn auf anhaltende Ungewissheit mit Stress – oft stärker als auf konkrete Probleme. Gleichzeitig verfügen Menschen über erstaunliche Fähigkeiten, sich an schwierige Bedingungen anzupassen und handlungsfähig zu bleiben.
Der Vortrag verbindet aktuelle Erkenntnisse aus der Gehirnforschung mit den Erfahrungen von Kulturschaffenden und beleuchtet, wie Kreativität, Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft helfen können, auch in bewegten Zeiten beweglich zu bleiben
14:40 UHR
Die Zukunft braucht Freiraum.
Warum wir das Beenden wieder lernen müssen.
Zukunft wird meist additiv gedacht: mehr Nachhaltigkeit, mehr Technologie, mehr Beteiligung, mehr Programme. Doch jede Zukunft entsteht auch dadurch, dass etwas endet.
Ausgehend von seinem Debattenbeitrag „Was kann weg?“ entwickelt Clair Bötschi die These, dass Kulturpolitik das Beenden verlernt hat. Gerade im öffentlichen Raum, wo Kunst immer mehr gesellschaftliche Aufgaben übernehmen soll, stellt sich die Frage, welche Routinen, Förderlogiken und institutionellen Gewissheiten heute Entwicklungen eher verhindern als ermöglichen.
Der Impuls versteht das Beenden nicht als Verlust, sondern als schöpferischen Akt – als Voraussetzung dafür, dass Kunst und Theater im öffentlichen Raum auch in Zukunft überraschen, irritieren und neue Perspektiven eröffnen können.
15:10 UHR
Hat das Zukunft, oder kann das weg?
Panel moderiert von Nicole Ruppert mit Peter Grabowski, Clair Bötschi und weiteren Gästen.
Angesichts aktueller politischer und geopolitischer Krisen und Herausforderungen erscheint das Thema Zukunft eher komplex und wenig beeinflussbar. Umso dringender ist es geboten, eigene Zukunftsbilder zu entwerfen und real zu erschaffen.
Anknüpfend an die beiden Impulsvorträge versucht das Panel, sich den Fragen nach der Zukunft des Genres und des öffentlichen Raums zu stellen. Wenn Theaterhäuser wegen Unfinanzierbarkeit durch die Kommunen geschlossen werden, ergeben sich dann automatisch mehr Möglichkeiten für den öffentlichen Raum?
Kann es gelingen, durch künstlerisch-partizipative Arbeit vor Ort der Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken? Woher kommen die Mittel für künstlerische Arbeit, wenn die öffentliche Hand sich weiter aus der Finanzierung zurückzieht? Eröffnen die multiplen Krisen unserer Zeit neue Chancen für kreative Arbeit, oder wird es Zeit, einen anständigen Beruf zu erlernen?
16:30 UHR
Workshop I mit Urs Jäckle
Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen für die kreative Arbeit?
Sparzwänge, komplexe Förderstrukturen und Zeitmangel fordern die gesamte Kreativbranche heraus. Wie können wir unter diesen Bedingungen handlungsfähig bleiben und neue Freiräume gewinnen? Dieser praxisorientierte Workshop begreift Künstliche Intelligenz nicht als Ersatz für menschliche Fähigkeiten und Kreativität, sondern als kollaborative Assistenz.
Entlang mehrerer Projektphasen – von der Recherche und dem Storytelling über die visuelle Weltenbildung bis hin zu Produktions- und Probenplänen – gehen wir den konkreten Einsatz generativer Werkzeuge durch. Der Fokus liegt dabei auf dem Prozess, nicht auf dem Resultat: Wie kann KI uns entlasten und Zusammenarbeit erleichtern? Welche Rolle kann sie an der Schnittstelle zwischen Organisation und künstlerischer Arbeit spielen und wie lassen sich ihre Ergebnisse durch kritisches Hinterfragen überprüfen?
Neben praktischen Anwendungshilfen diskutieren wir zudem ethische und urheberrechtliche Aspekte von KI-generiertem Output.
Ein Workshop für alle, die KI nicht als Bedrohung, sondern als Effizienz-Booster und kreativen Sparringspartner nutzen wollen, um neue Möglichkeitsräume zu öffnen.
Workshop II Stefan Behr
Kunst im Umbruch – eine utopische Zukunftswerkstatt
Die Kulturarbeit sieht sich zunehmend neuen Zwängen ausgesetzt: Freiwillige Leistungen stehen bei den Kommunen als erste zur Disposition und gefährden gewachsene Strukturen von Veranstaltern und Künstler*innen. Gleichzeitig stehen uns gesellschaftliche Umwälzungen bevor, befördert durch Klimakrise, Künstliche Intelligenz und wachsende soziale Spaltung. Vieles deutet darauf hin, dass es sich dabei nicht um eine vorübergehende Welle handelt, sondern um einen strukturellen Wandel.
Dieser Workshop geht von der These aus, dass wir vor einem Paradigmenwechsel der kommunalen Kulturarbeit stehen, und fragt nach Handlungsspielräumen und neuen Strategien für das Theater im öffentlichen Raum. Welche Rolle kann diese Kunstform gerade jetzt spielen – als Gegenentwurf zur digitalen und urbanen Vereinzelung und als Ort kollektiver Verarbeitung jener gesellschaftlichen Umwälzungen, die KI und Klimakrise auslösen? Wo wird Kunst in der Stadtgesellschaft von morgen gebraucht? Wie lässt sich das finanzieren?
Gemeinsam entwickeln wir konkrete Strategien und diskutieren, wie unser Feld sich so aufstellen kann, dass es nicht nur überlebt, sondern in den kommenden Umbrüchen da ist für die Menschen in den Städten.
ABENDPOGRAMM 19:30 UHR
20 Jahre Bundesverband Theater im Öffentlichen Raum e. V. (BUTIÖR)
Mit Holger Bergmann, dem Vorstand, Gründungsmitgliedern und Weggefährt*innen
Vor 20 Jahren, im Mai 2006, wurde der Bundesverband aus der Taufe gehoben. Den Gründungsakt vollzogen rund 20 Personen, die aus der künstlerischen oder kuratorischen Praxis kamen und der Kunstform mit der Verbandsgründung zu mehr Anerkennung verhelfen wollten.
Heute zählt der BUTIÖR rund 140 Mitglieder, Künstler:innen, Veranstalter:innen, Produzent:innen und Festivals, ist assoziiertes Mitglied im Bund der Freien Darstellenden Künste (BFDK) und Mitglied im Fonds Darstellende Künste.
Grund genug, um an diesem Abend mit allen Anwesenden gemeinsam zu feiern! Es erwartet Euch eine lockere Folge aus Gesprächen mit alten und aktuellen Weggefährt:innen, inhaltlichen Impulsen, Erinnerungen und Geschichten.
Als Gast spricht Holger Bergmann, Geschäftsführer des Fonds Darstellende Künste e. V., ein Grußwort. Das Abendprogramm mündet in die feierliche Präsentation der Jubiläumspublikation „20 Jahre Bundesverband Theater im Öffentlichen Raum e. V.“ und anschließend in DIE PARTY.
04. NOVEMBER 2026
09:45 UHR
Begrüßung
Alexander Krößner, Geschäftsführung DIN-EVENT GmbH
10:00 UHR
Workshop I Nicole Ruppert
Ideenbörse – neu, gebraucht, verworfen oder umgesetzt
Jede gute Idee hat eine Geschichte – manche wurden erfolgreich umgesetzt, andere warten noch auf ihren Moment. In der Ideenbörse ist Platz für Projekte, Konzepte und Produktionen in jedem Stadium: von der ersten Skizze bis zum Best-Practice-Beispiel.
Bringt Eure Ideen mit, tauscht Eure Erfahrungen aus, holt Euch ehrliches Feedback und lasst Euch von den Projekten anderer inspirieren. Gemeinsam überlegen wir, was aus einer guten Idee noch werden kann – und wie wir uns dabei gegenseitig unterstützen können.
11:15 UHR
Kaffeepause
11:30 UHR
Workshop II mit Petra Lammers
Collaboratives Storytelling, oder wie transformieren wir gemeinsam die Welt
Früher hatte man Rollen. Heute, in einer komplexen Welt, haben wir Expertisen. Der Unterschied? In einer Rolle bleibt man gefangen. Expertisen setzt man über Grenzen hinweg, adaptierend ein.
In einem Workshopformat werden wir uns mit der Theorie des „story-driven transformation process“ beschäftigen und dann unsere Fähigkeiten als Künstler und Kulturschaffende einsetzen, um unsere Umgebung zu verändern. Welche Expertisen von uns sind notwendig in der heutigen Zeit? Wie können wir sie einsetzen, um gemeinsam etwas zu verändern? Was ist die Kraft von Kultur und wie können wir sie einsetzen, um das gemeinsame Zusammenleben zu gestalten?
13:00 UHR
Last Call 2026
Beschreibung folgt.
14:00 UHR
Verabschiedung
Ende der Veranstaltung.
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CATERING
Während der Veranstaltungstage wird es in der Kathrin-Türks-Halle die Möglichkeit geben, neben Kaffee, Tee und Softgetränken auch warme Mahlzeiten einnehmen zu können.
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