FACHTAGUNG

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HORIZONT(E)

Auf welche Zukunft wollen wir zurückblicken?

 

Zwei Tage. Eine Frage. Keine Ausreden.

Das Straßentheater steht an einem Wendepunkt. Die Zeiten, in denen bewährte Festivalformate einfach fortgeführt werden konnten, sind vorbei – angesichts knapper Kassen, schwindender öffentlicher Räume und steigender Erwartungen an gesellschaftliche Relevanz.

Die Antwort kann nicht darin liegen, das Gestern zu bewahren. Sie muss lauten: Welche Zukunft wollen wir gemeinsam gestalten?

Worum es geht

 

Diese Fachtagung bringt Künstler:innen und Veranstalter:innen an einen Tisch – nicht als Dienstleister und Auftraggeber, sondern als Partner:innen mit einem gemeinsamen Interesse. Denn die großen Fragen lassen sich nicht im Alleingang beantworten:

Monetär: Wie finanzieren wir Produktionen und Festivals nachhaltig, wenn Fördermittel schrumpfen und Kommunen zunehmend unter Druck stehen?

Gesellschaftlich: Wie bleibt das Straßentheater ein Ort der Begegnung, wenn öffentliche Räume zunehmend kommerzialisiert, überwacht oder verdrängt werden?

Künstlerisch: Welche neuen Formate, Erzählweisen und Partnerschaften braucht es, um die Bedürfnisse, Ängste und Hoffnungen unserer Zeit sichtbar zu machen?

Für wen?

 

Für alle, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – für dieses Genre, für den öffentlichen Raum und für die Zukunft.

Wer nur zuschauen will, ist hier falsch. Wer mitgestalten will, ist willkommen. Gemeinsam geht es darum, nicht nur zu fragen, was bleibt, sondern zu entscheiden, was wir in Zukunft erreichen wollen.

BLICKWINKEL

UNSERE DOZENTEN

DR. TAGRID YOUSEF

Dr. Tagrid Yousef ist promovierte Neurobiologin, Pädagogin und engagierte Kommunalpolitikerin. Als Integrationsbeauftragte der Stadt Krefeld setzte sie über zehn Jahre lang wegweisende Projekte für interkulturellen Dialog und Teilhabe um. Seit 2022 ist sie Beigeordnete der Stadt Dinslaken für die Geschäftsbereiche Kultur, Freizeit, Sport und Europa, Jugend und Soziales sowie Stabsstelle Jugend- und Sozialhilfeplanung. Darüber hinaus ist sie Vorsitzende der Niederrheinischen Konferenz der Kulturdezernent*innen. Ihr Wirken ist geprägt von Brückenbau zwischen Kulturen, nachhaltiger Bildungsarbeit und starkem gesellschaftlichem Engagement.

STEFAN BEHR

Studierte Sozialpädagogik und Theaterpädagogik. Er lernte Regie bei Mario Del Gado/Peru. Seit 1993 konzipiert und kuratiert er das internationale Straßentheaterfestival „Gassensensationen“ in Heppenheim.
1998 begründete er Theater ANU und ist seitdem in der künstlerischen Leitung und als Autor tätig. Seit mehreren Jahren hält er Vorträge zu Themen des Kulturmanagements und schlägt dabei immer wieder innovative Strategien vor.

URS JÄCKLE

Urs Jäckle verbindet kulturwissenschaftliche Theorie mit innovativer, genreübergreifender Theaterpraxis. Nach seinem Studium in Leipzig und Paris realisierte er in den vergangenen 25 Jahren zahlreiche Projekte im Bühnenraum und im öffentlichen Raum.

Seit 2001 ist er künstlerischer Leiter des Krystallpalast Varietés in Leipzig. Dort setzt er sich auch intensiv mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz und ihrer Wirkung auf kreative Prozesse auseinander.

NICOLE RUPPERT

Nicole Ruppert ist studierte Literaturwissenschaftlerin und seit über 30 Jahren als Kulturmanagerin selbstständig tätig. Sie betreibt eine Veranstaltungsagentur, deren inhaltlicher Schwerpunkt das Theater im Öffentlichen Raum bildet. Als Kuratorin verantwortet sie u.a. das Programm des „Internationalen Straßentheater Festival Holzminden“ und die „Neuhardenbergnacht“. Nicole Ruppert bietet Beratungen für Selbstständige in kreativen Berufen an und engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand vom „Bundesverband Theater im Öffentlichen Raum e.V.“.

PETRA LAMMERS

Petra Lammers ist TransformationsDramaturgin, Kommunikationsberaterin & Storytellerin. Als CEO von onto[story] – Büro für Transformation & Storytelling fokussiert sie sich auf den „story-driven transformation process“ und stärkt damit effektiv Unternehmen durch strategisches & kollaboratives Storytelling bei ihren Transformationen. Außerdem engagiert sie sich für Kreislaufwirtschaft & Demokratie.

HOLGER BERGMANN

Holger Bergmann ist Kurator, Mentor und seit 2016 Geschäftsführer des Fonds Darstellende Künste. Zuvor leitete er den Ringlokschuppen Ruhr und engagierte sich als Mitgründer und langjähriger Vorsitzender von DIE VIELEN kulturpolitisch. Zum Jubiläum des Bundesverbands Theater im öffentlichen Raum würdigt er eine Kunstform, die gesellschaftliche Räume öffnet, Begegnungen ermöglicht und Teilhabe sowie demokratischen Austausch unmittelbar erfahrbar macht.

FRAUKE SCHNELL

Folgt.

HOLGER BERGMANN

Folgt.

CLAIR BÖTSCHI

Clair Bötschi ist Künstler, Kulturunternehmer und Referent für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Ludwigsburg. Seine Arbeit verbindet Medienkunst, öffentlichen Raum sowie die Bereiche Kunst, Wirtschaft und Verwaltung. Als Gründer und Künstlerischer Leiter des Kunstvereins YouTransfer e.V. entwickelt er Projekte im digitalen öffentlichen Raum und erprobt neue Formen künstlerischer Produktion und Kulturförderung. In seinen Vorträgen und Arbeiten hinterfragt er institutionelle Routinen und Förderlogiken. Dabei versteht er das Beenden überholter Strukturen als schöpferischen Akt, der Freiräume für neue Perspektiven in Kunst und Kulturpolitik eröffnet.

03. NOVEMBER 2026

14:00 UHR

Eröffnung Blickwinkel 2026

Dr. Tagrid Yousef, Kulturdezernentin der Stadt Dinslaken

14:10 UHR

Die Kunst, beweglich zu bleiben

Über Stress, Veränderung und die Zukunft kultureller Arbeit

Impuls von Dr. Tagrid Yousef

Kulturelle Arbeit lebt von Kreativität, Offenheit und der Fähigkeit, auf Veränderungen zu reagieren. Doch was geschieht, wenn Unsicherheit zum Dauerzustand wird? Wenn finanzielle Sorgen, politische Polarisierung und unklare Zukunftsperspektiven die tägliche Arbeit prägen?

Aus neurowissenschaftlicher Sicht reagiert unser Gehirn auf anhaltende Ungewissheit mit Stress – oft stärker als auf konkrete Probleme. Gleichzeitig verfügen Menschen über erstaunliche Fähigkeiten, sich an schwierige Bedingungen anzupassen und handlungsfähig zu bleiben.

Der Vortrag verbindet aktuelle Erkenntnisse aus der Gehirnforschung mit den Erfahrungen von Kulturschaffenden und beleuchtet, wie Kreativität, Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft helfen können, auch in bewegten Zeiten beweglich zu bleiben

 

14:40 UHR

Die Zukunft braucht Freiraum.

Warum wir das Beenden wieder lernen müssen.

Zukunft wird meist additiv gedacht: mehr Nachhaltigkeit, mehr Technologie, mehr Beteiligung, mehr Programme. Doch jede Zukunft entsteht auch dadurch, dass etwas endet.

Ausgehend von seinem Debattenbeitrag „Was kann weg?“ entwickelt Clair Bötschi die These, dass Kulturpolitik das Beenden verlernt hat. Gerade im öffentlichen Raum, wo Kunst immer mehr gesellschaftliche Aufgaben übernehmen soll, stellt sich die Frage, welche Routinen, Förderlogiken und institutionellen Gewissheiten heute Entwicklungen eher verhindern als ermöglichen.

Der Impuls versteht das Beenden nicht als Verlust, sondern als schöpferischen Akt – als Voraussetzung dafür, dass Kunst und Theater im öffentlichen Raum auch in Zukunft überraschen, irritieren und neue Perspektiven eröffnen können.

15:10 UHR

Panel mit Dr. Tagrid Yousef, Clair Bötschi und weiteren Gästen

Beschreibung folgt.

16:30 UHR

Workshop I mit Urs Jäckle

Künstliche Intelligenz – Fluch oder Segen für die kreative Arbeit?

Sparzwänge, komplexe Förderstrukturen und Zeitmangel fordern die gesamte Kreativbranche heraus. Wie können wir unter diesen Bedingungen handlungsfähig bleiben und neue Freiräume gewinnen? Dieser praxisorientierte Workshop begreift Künstliche Intelligenz nicht als Ersatz für menschliche Fähigkeiten und Kreativität, sondern als kollaborative Assistenz.

Entlang mehrerer Projektphasen – von der Recherche und dem Storytelling über die visuelle Weltenbildung bis hin zu Produktions- und Probenplänen – gehen wir den konkreten Einsatz generativer Werkzeuge durch. Der Fokus liegt dabei auf dem Prozess, nicht auf dem Resultat: Wie kann KI uns entlasten und Zusammenarbeit erleichtern? Welche Rolle kann sie an der Schnittstelle zwischen Organisation und künstlerischer Arbeit spielen und wie lassen sich ihre Ergebnisse durch kritisches Hinterfragen überprüfen?

Neben praktischen Anwendungshilfen diskutieren wir zudem ethische und urheberrechtliche Aspekte von KI-generiertem Output.

Ein Workshop für alle, die KI nicht als Bedrohung, sondern als Effizienz-Booster und kreativen Sparringspartner nutzen wollen, um neue Möglichkeitsräume zu öffnen.

Workshop II  Stefan Behr

Kunst im Umbruch – eine utopische Zukunftswerkstatt

Die Kulturarbeit sieht sich zunehmend neuen Zwängen ausgesetzt: Freiwillige Leistungen stehen bei den Kommunen als erste zur Disposition und gefährden gewachsene Strukturen von Veranstaltern und Künstler*innen. Gleichzeitig stehen uns gesellschaftliche Umwälzungen bevor, befördert durch Klimakrise, Künstliche Intelligenz und wachsende soziale Spaltung. Vieles deutet darauf hin, dass es sich dabei nicht um eine vorübergehende Welle handelt, sondern um einen strukturellen Wandel.

Dieser Workshop geht von der These aus, dass wir vor einem Paradigmenwechsel der kommunalen Kulturarbeit stehen, und fragt nach Handlungsspielräumen und neuen Strategien für das Theater im öffentlichen Raum. Welche Rolle kann diese Kunstform gerade jetzt spielen – als Gegenentwurf zur digitalen und urbanen Vereinzelung und als Ort kollektiver Verarbeitung jener gesellschaftlichen Umwälzungen, die KI und Klimakrise auslösen? Wo wird Kunst in der Stadtgesellschaft von morgen gebraucht? Wie lässt sich das finanzieren?

Gemeinsam entwickeln wir konkrete Strategien und diskutieren, wie unser Feld sich so aufstellen kann, dass es nicht nur überlebt, sondern in den kommenden Umbrüchen da ist für die Menschen in den Städten.

Workshop III  Nicole Ruppert

Ideenbörse – neu, gebraucht, verworfen oder umgesetzt

Jede gute Idee hat eine Geschichte – manche wurden erfolgreich umgesetzt, andere warten noch auf ihren Moment. In der Ideenbörse ist Platz für Projekte, Konzepte und Produktionen in jedem Stadium: von der ersten Skizze bis zum Best-Practice-Beispiel.

Bringt Eure Ideen mit, tauscht Eure Erfahrungen aus, holt Euch ehrliches Feedback und lasst Euch von den Projekten anderer inspirieren. Gemeinsam überlegen wir, was aus einer guten Idee noch werden kann – und wie wir uns dabei gegenseitig unterstützen können.

 

ABENDPOGRAMM 19:30 UHR

20 Jahre Bundesverband Theater im Öffentlichen Raum

Mit Holger Bergmann, dem Vorstand, Gründungsmitgliedern und Weggefährt*innen

Zum Jubiläum des Bundesverbands Theater im öffentlichen Raum blickt Holger Bergmann, Geschäftsführer des Fonds Darstellende Künste, auf zwei Jahrzehnte engagierter Verbandsarbeit zurück und würdigt die Entwicklung einer Kunstform, die gesellschaftliche Räume öffnet und Begegnungen schafft.

Angesichts aktueller Krisen und tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen hebt er hervor, wie sowohl eine am Kran hängende Glocke mit menschlichem Klöppel als auch die intime Begegnung mit einemr Straßenkünstlerin auf dem Marktplatz Teilhabe und demokratischen Austausch erlebbar machen können.

04. NOVEMBER 2026

09:30 UHR

Begrüßung

Alexander Krößner, Geschäftsführung DIN-EVENT GmbH

 

09:35 UHR

Öffentlicher Raum der Kommunen

Impuls von Frauke Schnell

Beschreibung folgt.

 

10:00 UHR

Zukunft: Theater im öffentlichen Raum

Panel / Talk mit Frauke Schnell und weiteren Gästen

Beschreibung folgt.

 

10:45 UHR

Collaboratives Storytelling, oder wie transformieren wir gemeinsam die Welt

Workshop mit Petra Lammers

Früher hatte man Rollen. Heute, in einer komplexen Welt, haben wir Expertisen. Der Unterschied? In einer Rolle bleibt man gefangen. Expertisen setzt man über Grenzen hinweg, adaptierend ein.

In einem Workshopformat werden wir uns mit der Theorie des „story-driven transformation process“ beschäftigen und dann unsere Fähigkeiten als Künstler und Kulturschaffende einsetzen, um unsere Umgebung zu verändern. Welche Expertisen von uns sind notwendig in der heutigen Zeit? Wie können wir sie einsetzen, um gemeinsam etwas zu verändern? Was ist die Kraft von Kultur und wie können wir sie einsetzen, um das gemeinsame Zusammenleben zu gestalten?

 

12:15 UHR 

Last Call 2026

Beschreibung folgt.

 

14:00 UHR

Verabschiedung

Ende der Veranstaltung.

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CATERING

Während der Veranstaltungstage wird es in der Kathrin-Türks-Halle die Möglichkeit geben, neben Kaffee, Tee und Softgetränken auch warme Mahlzeiten einnehmen zu können.

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ANFAHRT UND PARKEN

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Kathrin-Türks-Halle, Platz D’Agen 4, 46535 Dinslaken
Zahlreiche Parkplätze am Venue und in der Tiefgarage direkt unter der Kathrin-Türks-Halle

AFTER SHOW

Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Gelegenheit zum Austausch in der Kathrin-Türks-Halle.

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MARKTPLATZ

Der Marktplatz beim Blickwinkel bietet den Agenturen in der Kathrin-Türks-Halle eine Plattform, um Künstler und Angebote vorzustellen und neue Kontakte zu knüpfen.

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